Montag, 7. November 2011

Vorsorge im Alter. Die Bedürfnisse der Zukunft sind so verschieden wie die Menschen selbst

Die Proportionen der Gesellschaft verschieben sich. Zukünftig wird es immer mehr alte Menschen geben. Ein großer Teil der Bevölkerung wird aus dem Erwerbsleben ausscheiden und diese Verschiebung verstärken. Der Prozess hat bereit eingesetzt und wird nach Berechnungen der Fachleute etwa 30 Jahre lang halten. Um den Lebensabend sorgenfrei zu genießen, haben viele auf die gesetzliche Rentenversicherung vertraut. Zusätzlich haben sich viele mit Immobilien oder privaten Vorsorgeversicherungen ausgestattet oder Auch die Lebensversicherung verkaufen ist ein zusätzlicher Aspekt geworden Die Experten warnen immer häufiger vor einer vehement steigenden Zahl an Rentnern, die an Altersarmut leiden werden. Die Gründe liegen in jahrelanger Arbeitslosigkeit, fehlender privater Altersvorsorge und dem zeitweisen Kollaps der Finanzmärkte.

Lebensversicherung verkaufen

Die Bedürfnisse der älteren Generation unterscheiden sich von den Erwartungshaltungen der jüngeren Menschen. Die jetzigen Senioren strebten nach finanzieller Ausstattung für ein komfortables Leben mit Reisen und Freizeitgestaltung. Der Krankheits- und Pflegefall wird in realistischer Nähe gesehen und viele sehen sich nach neuen Wohnmöglichkeiten in Einrichtungen mit betreutem Wohnen um. Den nachfolgenden Generationen stehen andere Aufgaben bevor. Sie müssen mit immer mehr Arbeit akzeptieren, dass in der gesetzlichen Rentenversicherung die Leistungskraft immer weiter schwindet. Ohne private Altersvorsorge wird ein sorgenfreies Alter fast unmöglich. Die Gruppen unterteilen sich in Resignation und tatkräftige Eigeninitiative. Eine private Altersvorsorge ist teuer und für viele parallel zur Familiengründung und eigenem beruflichen Werdegang schwer zu realisieren.

An den Finanzmärkten werden die Gelder der gesetzlichen und privaten Altersvorsorgen angelegt. Je nach gewähltem Wertpapier war das in der Vergangenheit eine verlässliche Sache. Aber das Blatt hat sich gewendet. Der Börsencrash um die Jahrhundertwende und die Pleite der amerikanischen Bank Lehman Brothers haben viele Anlagewerte vernichtet, die für Rentenvorsorge aufgebaut worden waren. Staaten und Banken gerieten an den Rand des Ruins. Im Ergebnis der Krise hat eine ganze Generation die Rücklage der eigene Rente verloren. Durch Eingreifen der Staaten wurden die Systeme notdürftig repariert. Nun geraten die Renten und Anlagen erneut in Gefahr. Die generelle Überschuldung der Staatshaushalte gefährdet die Stabilität der Währungen und könnte zum erneuten Kollabieren der Finanz- und Realwirtschaft führen. Die europäischen Finanzmärkte stehen Kopf.

Bedürfnisse junger Menschen für ihr eigenes Alter richten sich auf auskömmliche finanzielle Verhältnisse und Gesundheitsvorsorge. Das Vertrauen in die staatlichen Organisationen ist erschüttert. Private Altersvorsorge am Finanzmarkt ist vielen zu gefährlich. Junge Leute setzen wieder auf Sachwerte wie Immobilien. Auch dort lauern Gefahren, aber Spekulationsverluste bedrohen die Altersvorsorge dort nicht. Finanzprodukte werden auch zukünftig durch Inflation bedroht. Der Staat subventioniert unterdessen seine Rürup- und Riesterrenten. Ob das gegen die Inflation letztlich helfen wird, bleibt umstritten.


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